Für Zweiwegebagger müssen bei Arbeitsvorbereitung und Betrieb besondere Einsatzbedingungen und Gefährdungen berücksichtigt werden.

 

Arbeitsvorbereitung

●  Der Baggerfahrer ist qualifiziert (Eisenbahnfahrzeug-Führerschein), körperlich und geistig geeignet, zuverlässig, auf der Maschine und in die Betra eingewiesen und hat die erforderliche Streckenkenntnis. Der Aufsichtführende überwacht das Verhalten des Baggerfahrers.

●  Der Bagger hat die Einstellerlaubnis des Bahnbetreibers.

●  Die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle legt Ein- und Ausgleisstellen und Sicherungsmaßnahmen zum Schutz vor den Bahnbetriebsgefahren fest.

●  Die Kolonne wird in die besonderen Gefährdungen durch den Zweiwegebagger eingewiesen.

●  Arbeitsstellen werden bei Nacht gut beleuchtet.

 

Fahrbewegung des Baggers

●  Fahr- und Arbeitsbereich des Baggers von Personen freihalten .
Ausnahme: Aufenthalt im Gefahr bereich arbeitsbedingt erforderlich und Sichtkontakt zum Maschinenführer.

●  Zum Fahren Kabine in Fahrtrichtung drehen, Rückwärtsfahrten vermeiden.

●  Im Arbeitsbereich max. 5 km/h, Anhalten vor Personen im Gleis muss möglich sein.

●  Rückraumüberwachung (Kamera - Monitor) einsetzen, auch bei Mietgerät .

●  Nicht zwischen Schienenachse und Mobilfahrwerk aufhalten.

●  Zugriff zum Unterwagen (Werkzeug, Erdungsanschluß, Kupplungsstange) nur nach Abstimmung mit dem Baggerfahrer.

●  Personenmitnahme nur auf dem zweiten Platz in der Kabine.

 

 

Bewegen von Eisenbahnwagen

●  Zulässige Anhängelast und Gleisneigung beachten.

●  Bei gebremster Anhängelast alle Wagen an die Luftleitung an schließen.

●  Bei geschobenen Wagen: Spitzenbesetzung mit Luftbremskopf und Funkverbindung zum Baggerfahrer.

●  Kuppelstangen müssen vom Bahnbetreiber zugelassen sein.

●  Abzustellende Wagen mit Hemmschuhen sichern.

●  Personenmitfahrt auf Wagen nur bei sicherem Stand und Halt.

 

 

Aushebeeinrichtung

●  Notabsenkung des ausgehobenen Schienenfahrwerks muss bei Ausfall von Antrieb oder Elektrik möglich sein.

●  Gleismagnete der induktiven Zugsicherung im ausgehobenen Zustand überfahren. Demontage der äußeren Mobilreifen ist unzulässig.

 

Hebezeugeinsatz und Standsicherheit

●  Bagger mit Lasthaken, Lastmomentwarneinrichtung, Leitungsbruchsicherungen an den Auslegerzylindern und Traglasttabelle ausrüsten.

●  Das zulässige Lastmoment ist von der Einsatzart abhängig: Straßenfahrwerk, Schienenfahrwerk oder Pratzen.

●  Das zulässige Lastmoment wird durch die Gleisüberhöhung im Bogen wesentlich verringert - bis zu 30 % (durch die Lastmomentwarneinrichtung nicht erfasst).

●  Erforderliche Pratzenstandflächen auch neben Bahnsteigen, Stromschienen und auf der festen Fahrbahn bereitstellen.

●  Nur Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel verwenden, die geeignet, als ausreichend tragfähig gekennzeichnet, unbeschädigt und regelmäßig geprüft sind.

●  Nur Schienenhebezangen mit Sperre gegen unbeabsichtigtes Öffnen verwenden.

 

Einsatz unter Fahrleitung

●  Vorrangig Freischaltung der Fahrleitung prüfen lassen.

●  Arbeitshöhe von Lastaufnahme einrichtungen verringern (Traversen).

●  Wenn Bahnerdung über Schienenfahrwerk vorhanden: Hubbegrenzung auf den Schutzabstand einstellen (Federwege und Wippbewegungen berücksichtigen).

●  Bei fehlender Bahnerdung: bei unebenem Gelände wird der Schutzabstand trotz Hubbegrenzung leicht unterschritten. Der Fahrweg wird durch die Schlepperde begrenzt.

 

Einsatz neben Betriebsgleisen

●  Warnsignale müssen sicher wahrnehmbar sein (Maschine unter Volllast).

●  Bei Betrieb auf Schienenfahrwerk Schwenkbegrenzung einsetzen und Rüstzustand beachten (seitlich verstellbarer Ausleger, Schaufelbreite).

●  In ein benachbartes Gleis darf nur geschwenkt werden, wenn dieses gesperrt ist.

●  Unbeabsichtigtes Schwenken ins Betriebsgleis muss verhindert werden (Sicherungsmaßnahmen durch die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle festlegen lassen).

●  Verlassen des Baggers nur zur Geisfreien Seite.



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